Korruptionsverdacht: 17 Millionen Euro Schmiergeld: Anklage gegen Manager erhoben
Ein Manager eines Remscheider Unternehmens soll von chinesischen Lieferanten 17,5 Millionen Euro Schmiergeld kassiert haben. Nun wurde Anklage gegen ihn erhoben.
Ein Manager eines Remscheider Unternehmens soll von chinesischen Lieferanten 17,5 Millionen Euro Schmiergeld kassiert haben. Man habe Anklage in 124 Fällen wegen Bestechlichkeit und Untreue gegen den 53-Jährigen erhoben, sagte Wolf-Tilman Baumert, Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft auf dpa-Anfrage.
Der für Asien zuständige Regional-Geschäftsführer war im März bei der Einreise aus China am Münchner Flughafen festgenommen worden und kam in Untersuchungshaft. Er habe die Vorwürfe in einer Einlassung bestritten: Es handele sich um eine Intrige seiner Frau, habe er dabei behauptet.
Spur führte nach Bremen
Bei der Festnahme hatten die Ermittler Schlüssel zu einem Einfamilienhaus in Bremen sichergestellt. Dort stießen sie bei einer Hausdurchsuchung auf Vermögenswerte in erheblicher Größenordnung. Neben Weinflaschen im Wert von mehr als 1.000 Euro pro Stück stellten sie auch hochwertige Kunst sicher.
Eine Sprecherin des Wuppertaler Landgerichts bestätigte den Eingang der Anklage. Das Gericht werde sie nun prüfen und über die Zulassung entscheiden. Rechtsanwalt Harald Benninghoven, Verteidiger des Beschuldigten, wollte auf Anfrage zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen: „Kein Kommentar“, sagte er.
Das Remscheider Unternehmen, ein Heizungsbauer und Haustechnik-Hersteller, hatte laut Staatsanwaltschaft bei unternehmensinternen Maßnahmen selbst Verdacht geschöpft und Anzeige erstattet.