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Pump it up: Welcher geht die Puste aus? Fünf Akku-Luftpumpen auf dem Prüfstand

Stern 

Der Akku-Luftpumpen-Test im stern: Ist die Luft raus, geht meist nichts mehr. Nicht beim Auto, nicht beim Bike und schon gar nicht auf dem Bolzplatz. Doch Rettung ist in Sicht. 

Akku-Luftpumpen gehören zu den kleinen Helden des Alltags. Meist werden sie gebraucht, wenn Klein, Groß, Jung oder Alt in eine missliche Lage geraten sind. Wenn Papa morgens spät dran und der Reifen seines Gravelbikes luftlos ist. Wenn sich die Grundschüler zum Kicken verabreden und am Platz direkt gegen eine Pille ohne Luft treten. Wenn auf dem Weg in den Urlaub der Warnhinweis „Reifendruck überprüfen“ auf dem Armaturenbrett im Auto aufleuchtet. Dann schlägt die Stunde der Akku-Luftpumpe. Nicht jede kann mit dem Druck umgehen. Welche es tatsächlich mit Autoreifen aufnehmen kann, welche das perfekte Format für Trikot- oder Trainingstasche hat und welche nach dem luftraubenden Einsatz am schnellsten wieder bei Kräften ist, haben wir im Alltag überprüft. Der stern Kaufkosmos Akku-Luftpumpen-Test.

Diese Akku-Luftpumpen haben wir getestet

  1. Xiaomi Portable Electric Air Compressor 2 PROzum Shop
  2. Osram TyreInflate 2000zum Shop
  3. Bosch EasyPump zum Shop
  4. Cycplus AS2 Pro Maxzum Shop
  5. Dunlopzum Shop

Diese Modelle sind auch einen Blick wert

Folgende Akku-Luftpumpen haben wir nicht getestet: Während unserer Recherche kamen uns diese Modelle aber immer wieder unter, sodass wir sie ebenfalls in diesen Test integriert und ihre Spezifikationen in der Vergleichstabelle Akku-Luftpumpen zusammengetragen haben.

  1. Fanttik X9 Ace Minizum Shop
  2. Baseus Supermini Prozum Shop
  3. HOTO Prozum Shop
  4. NOCO Kompressor AL5 zum Shop
  5. Michelin Air Power Mini zum Shop

Testergebnis: Diese Akku-Luftpumpe hat den Extra-Kick

Für die Trikottasche ist unser schwergewichtiger Testsieger nichts, doch über alle von uns berücksichtigten Kriterien hatte die Akku-Luftpumpe von Xiaomi am meisten Druck auf dem Kessel. Dazu verhielt sie sich so unauffällig leise wie keine andere im Test. Beim Zubehör stach sie mit einer Schlauchverlängerung heraus, und auch in puncto Ausdauer machte dem wuchtigen Gerät kein Konkurrent etwas vor. Mit einer Gesamtnote von 1,3 lag der Allrounder am Ende vor der Osram TyreInflate 2000, die wir mit der Note 1,9 als Preis-Leistungs-Tipp empfehlen.

Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.

Vergleichstabelle Akku-Luftpumpen

So haben wir die Produkte ausgewählt

So klein wie manche Geräte, so groß ist mittlerweile der Markt für Akku-Luftpumpen. Wir haben uns deshalb bei der Auswahl der fünf Testprodukte auf folgende Kriterien fokussiert:

  • Hersteller: In die engere Auswahl kamen zunächst renommierte Marken, die für solide Verarbeitung sowie zuverlässige Technik bekannt sind. Berücksichtigt wurden zudem die Expertise beim Thema Fahrrad und die Erfahrung mit Elektro-Kleingeräten.
  • Verfügbarkeit: Alle getesteten Akku-Luftpumpen sind regulär im Handel erhältlich – sowohl online als auch im (Sport-)Fachhandel – und damit für die meisten Nutzer problemlos zugänglich.
  • Technik: Getestet wurden ausschließlich akkubetriebene Luftpumpen, die problemlos in der Hand gehalten werden können und zumindest mit zwei Ventilarten kompatibel sind.
  • Alltagstauglichkeit: Die Pumpen sollten am Rad befestigt werden können oder in die Trikot- oder Satteltasche passen. Solche, die hauptsächlich für Auto- oder Motorradreifen gebaut wurden, sollten ebenfalls handlich und jederzeit griffbereit verstaut werden können.

So haben wir die Akku-Luftpumpen getestet

Für den ersten Überblick und Eindruck wurden die Akku-Luftpumpen aus ihrer Verpackung befreit. Erstes wichtiges Testkriterium war die Vielfalt der mitgelieferten Ventile und Adapter und wie platzsparend die Kleinteile in oder an der Pumpe verstaut werden können. Auch weiteres Zubehör, etwa ein Transportbeutel, wurde inspiziert. Bevor die fünf Akku-Luftpumpen beweisen sollten, wie sie mit Druck umgehen können, landeten alle an der Steckdose. Denn auch die Ausdauer der Akkus war Teil unseres Akku-Luftpumpen-Tests, und nur mit einem vollgeladenen Akku sind die Ergebnisse miteinander vergleichbar.

Für den Test selbst haben wir einen standardisierten Ablauf gewählt, wobei alle Geräte getrennt nach ihren Leistungen beim Aufpumpen eines Balles, eines Fahrrad- und eines Autoreifens bewertet wurden. Mit 30 und 25 Prozent gingen die Pumpleistung und die Handhabung der Akku-Luftpumpen in die Bewertung ein. Deutlich weniger stark wirkten sich die Lautstärke und die Akkulaufzeit aufs Gesamtergebnis aus.

Für den Test am Ball wählten wir das Modell „Fußballiebe“ von Adidas, den offiziellen Spielball der Euro 2024 in Deutschland. Laut Aufdruck soll dieser Ball in Größe 5 mit einem Druck von 0,8 bis 1,0 bar (11,6 bis 14,5 PSI) gespielt werden. Wichtiger als die Frage, ob die Pumpen das schaffen, war uns hier allerdings, wie präzise gepumpt wird und wie gut die Luft dosiert werden kann. Als Startdruck entschieden wir uns für 0,2 bar, den wir vor jedem Aufpumpen mit einem Luftdruckmesser bestimmten. Unser besonderes Augenmerk galt der zuverlässigen und präzisen Abschaltautomatik bei einem Zieldruck von 0,8 bar sowie der Handhabung der Pumpen insgesamt.

Beim Test an Fahrradreifen standen uns das Canyon Grizl 7, also ein Gravelbike, sowie ein gut eingefahrenes Mountainbike der Marke Focus zur Verfügung. Hier sollten die Akku-Luftpumpen je ein Paar Schwalbe-Reifen (G-One RX & Marathon) mit einem Zieldruck von exakt 4,0 bar startklar machen. Um messbare Zeitunterschiede zwischen den Testkandidaten ausmachen zu können, entschieden wir uns für einen Startwert von etwa 2,0 bar. Auch lag unser Fokus darauf, wie präzise und in welcher Zeit die Akku-Luftpumpen den Zielwert erreichten.

In der Königsdisziplin mussten die Testgeräte dann an den Pkw-Reifen ran. Hier entschieden wir uns für einen Ausgangswert von 1,5 bar, die allgemein als „kritisch niedrig“ eingestuft werden, aber den Druck bei einer Reifenpanne gut simulieren, weil Pkw damit noch fahren können. Die Pumpen sollten den Reifen wieder auf einen Wert von 2,5 bar, einem typischen Straßendruck, bringen. Auch hier stoppten wir die Zeit. Zudem wollten wir wissen, wie viel Wärme am Gehäuse der Pumpen entsteht.

Hinweis: Beim Balltest stellten wir den Startdruck von etwa 0,2 bar vor dem Aufpumpen mit einem NBA-Wilson-Luftdruckmesser ein. Um bei den Fahrrad- und Autoreifen für eine vergleichbare Ausgangslage zu sorgen, kam ein Manometer von Reifenhersteller Michelin zum Einsatz. Um die Akku-Luftpumpen an Autoreifen zu testen, nutzen wir das digitale Luftdruckprüfgerät an einer öffentlichen Tankstelle, mit dem wir die Reifen nach jedem Pumpdurchgang wieder auf den Startwert von 1,5 Bar zurückstellten. 

1. Testsieger: Xiaomi Portable Electric Air Compressor 2 Pro

Unboxing & Zubehör: Bei der Akku-Luftpumpe von Xiaomi deutet schon die Verpackung darauf hin, dass es sich hier auch um ein überdimensioniertes Vorhängeschloss handeln könnte. Sportliche 900 Gramm zeigt unsere Waage. Leichtes Gepäck ist etwas anderes. Und was zunächst wie der Bügel des Schlosses aussieht, entpuppt sich schnell als clever gelöstes Schlauchproblem. Xiaomi versteckt das Ende des Luftschlauchs per Klick im Gehäuse. Die Schlauchschlaufe erleichtert das Handling. Alternativ gibt's eine wetterfeste Transporttasche mit Extrafach fürs Zubehör. Das sieht auch auf den zweiten Blick wie ein Rundum-sorglos-Paket aus: Mit dabei sind neben einem Verlängerungsschlauch, eine Ballnadel, ein Adapter für Presta-Ventile, ein Schnellanschluss-Ventil und das USB-C-Kabel fürs Aufladen. Auffällig und besonders ist die integrierte LED-Leuchte auf der Rückseite, die in Weiß und Rot als Warnleuchte zum Beispiel im Fall einer Autopanne vorgesehen ist. Auf der Oberseite soll eine weitere weiße LED das Handling der Pumpe im Dunkeln erleichtern.

Handhabung & Pumpleistung: Um die Xiaomi einzuschalten, muss der rote Knopf auf der Oberseite gedrückt werden. Das entriegelt den Luftschlauch und erweckt das erfreulich große Display zum Leben. Passiert drei Minuten nichts, erlischt die Anzeige von allein und kann über den Start-Stopp-Button auf der Frontseite wieder eingeschaltet werden. Die Pumpe bietet Voreinstellungen für Bikes, Motorräder, Autos, E-Scooter und Bälle. Wer unsicher ist, bekommt für jeden Modus einen Zielwert vorgeschlagen. Bei Motorrädern und Autos in der Einheit Bar, in den anderen Modi in PSI. Der Wert wird beim Einstellen kurz angezeigt, danach springt das Display auf Null, solange der Schlauch nicht am Ventil aufgesetzt wird. Das Einstellen der Zielwerte passiert intuitiv, das Bedienfeld ist mit gelernten Symbolen belegt und reagiert einwandfrei.

Ball: Mit dem Aufpumpen des Fußballs hatte die Xiaomi im Test zunächst keine Probleme. Binnen 15 Sekunden zeigte das Display die gewünschten 0,8 Bar und bestätigte den Luftdruck mit einem Häkchen. Nach einigen Momenten rutschte die Anzeige in mehreren Versuchen aber auf 0,7 bar ab. Unsere Vermutung: Da das Gerät eher für Fahrrad- und Autoreifen empfohlen wird, fehlt es im niedrigen Druckbereich etwas an Präzision. Im Vergleich zu den anderen Pumpen im Test arbeitet die Xiaomi aber auffällig leise. Nur 74 dB zeigte unser dB-Meter als Maximum an.

Fahrrad: Als Pannenhelfer für Radtouren ist diese Pumpe definitiv nichts. Dennoch wollten wir wissen, wie sie sich im Vergleich mit den anderen Testgeräten beim Aufpumpen des Bike-Reifens schlägt. Sehr praktisch ist der Verlängerungsschlauch, der die Pumpe deutlich flexibler macht. Binnen 24 Sekunden tuckert die Xiaomi von 2,0 auf 4,0 Bar – in diesem Tempo schaffte das keine andere. Auch die automatische Messung des Startdrucks funktionierte reibungslos. Wenige Sekunden bevor der Zieldruck erreicht wird, drosselt die Xiaomi hörbar die Inflationsgeschwindigkeit. In unserem Test stoppte sie die Luftzufuhr dann zuverlässig.

Auto: Wenig überraschend kam auch beim Aufpumpen der Autoreifen kein Mitbewerber an das Tempo der Xiaomi-Pumpe heran. In nur etwas mehr als 90 Sekunden brachte das Gerät den Reifen von 1,5 auf 2,5 bar. Dabei wurden sowohl das Gehäuse als auch der Luftschlauch sehr heiß. Der Adapter ließ sich aber auch nach der Dauer-Druckbetankung noch gefahrlos vom Ventil lösen.

Akku-Ausdauer: Fast 20 Mal füllte die Xiaomi unseren MTB-Testreifen zuverlässig und präzise mit einem Luftdruck von 4,0 Bar (Startwert ca. 2,0 Bar). Dabei verbrauchte das Gerät etwa 50 Prozent des 2000-mAh-Akkus. Hochgerechnet dürfte die Pumpe also ca. 40 Reifenfüllungen schaffen, bis der Akku an die Steckdose muss. Auch beim Autoreifen bewies der Xiaomi-Akku die größte Ausdauer im Test. Erst beim achten Reifen machte die Pumpe schlapp. Insgesamt jagte der Xiaomi Portable Electric Air Compressor mehr als sieben Bar in die Pkw-Pneus.

Fazit: Das Schwergewicht dieses Vergleichs überzeugte uns auf ganzer Linie. Der Xiaomi Portable Electric Air Compressor 2 Pro war nicht nur die schnellste, sondern auch die Akku-Luftpumpe mit dem besten Durchhaltevermögen. Sie ist zwar auch die mit Abstand schwerste aller Modelle – dafür blieb sie im Lautstärke-Test als einzige unter der 75-dB-Marke. Bonuspunkte sammelte die Pumpe zudem mit der praktischen Schlauchverlängerung und dem cleveren Schnappmechanismus, um den Schlauch am Gehäuse zu fixieren.

2. Das Power-Paket: Osram TYRInflate 2000 – unser Preis-Leistungs-Tipp

Unboxing & Zubehör: Bei der TYRInflate 2000 aus dem Hause Osram vermuten wir beim Auspacken zunächst eine Taschenlampe, was den Wurzeln des Lampenspezialisten aus München auch eher entsprechen würde. Doch Osram hat seine Produktpalette ausgebaut und mit der TyreInflate 2000 auch eine Akku-Luftpumpe im Sortiment. Aus dem Karton holen wir das knapp 500 Gramm schwere Gehäuse, eine Halterung für den Fahrradrahmen, das USB-C-Ladekabel und eine passende Stofftasche. Der Adapter für Presta-Ventile und die Ballnadel wurden von Osram unter dem Deckel an einem der beiden Enden des Geräts untergebracht. Dort verstecken sich auch die Ladebuchsen. Am anderen Ende finden wir die Gewindeaufnahme für den Luftschlauch und eine LED als Helfer bei schlechten Lichtverhältnissen. Der Luftschlauch klemmt in Längsrichtung im Gehäuse.

Handhabung & Pumpleistung: Um die Pumpe startklar zu machen, muss der mit einem Schrader-Adapter bestückte Luftschlauch an der Oberseite aufgeschraubt werden. Das Bedienpanel besteht aus fünf Tasten. Beim ersten Einschalten blinken ein grüner Akku, die voreingestellte Einheit bar und die Druckanzeige auf. Zwar lässt sich nicht zwischen Ball, Fahrrad und Auto wählen, dafür stehen vier Speicherplätze für manuell einstellbare Drücke zur Verfügung, wobei zwischen bar, PSI und kPa gewählt werden kann. All das funktioniert intuitiv. Der Speicher lässt sich auch nach dem Aus- und wieder Einschalten noch abrufen.  Das Display ist gut ablesbar. Für das Bedienfeld ist etwas Fingerspitzengefühl von Vorteil. Für große Hände ist es aus unserer Sicht zu klein. Ansonsten kann die TyreInflate einwandfrei einhändig bedient werden.

Ball: Die Osram ist ganz offensichtlich keine Ballpumpe im eigentlichen Sinn. Dennoch liegt die obligatorische Ballnadel bei. Das Aufpumpen des Fußballs war für die TyreInflate dann auch nicht mehr als ein kurzes Warm-up. Nur 20 Sekunden benötigte sie, um die flaue Pille mit 0,8 bar zu füllen. Laut Beschreibung misst die Pumpe erst ab einem Druck von 0,2 bar. Das klappte im Test. Beim voreingestellten Zieldruck stoppte das Gerät automatisch. 

Fahrrad: Auch mit dem Mountainbike-Reifen hatte die Akku-Luftpumpe von Osram keine Schwierigkeiten. Der leider etwas kurze und nicht besonders flexible Luftschlauch samt Ventiladapter ließ sich gut mit einer Hand aufschrauben. Bis die 4,0 bar auf dem Reifen waren, vergingen etwa zweieinhalb Minuten. Die TyreInflate scheint also eher ein Sprinter, als ein Ausdauertalent zu sein. Auch hier stoppte die Pumpe die Luftzufuhr präzise bei den gewünschten vier bar. Dabei wurde der Luftschlauch vor allem in der Nähe des Schafts spürbar, aber nicht besorgniserregend warm. 

Auto: An den Geschwindigkeitsrekord von Xiaomi kam Osram beim Reifentest erwartungsgemäß nicht heran. Eher gemütlich, binnen fünf Minuten, jagte der Kompressor die gewünschte Menge Luft in den Pkw-Reifen. Was hier, wie auch bei anderen Pumpen auffällt: Bleiben die Räder mit dem Ventil oben stehen, hängen die Pumpen in der Luft. Verhindern lässt sich das nur mit einem Verlängerungsschlauch, wie er Testsieger Xiaomi beiliegt. So baumelte auch die TyreInflate während des Pumpens an der Felge. An der Präzision der Luftzufuhr änderte das aber nichts.

Akku-Ausdauer: Mit 5200 mAh hat die Osram TyreInflate den mit Abstand größten „Tank“ im Test. Das machte sich vor allem beim Aufpumpen der Pkw-Reifen bemerkbar. Dort musste sie sich nur dem Testsieger von Xiaomi geschlagen geben, der zwar einen deutlich kleineren Akku, aber offenbar effizientere Technik besitzt. Der Osram-Akku muss erst beim sechsten Reifen passen und kommt damit auf eine Pumpleistung von 5,3 bar. Bei der Anzeige des Ladezustands bedient sich Osram der gelernten Ampelfarben. 

Fazit: Es lässt sich sicher darüber streiten, wie sinnvoll eine Rahmenhalterung für eine Akku-Luftpumpe ist. Bei Osram gehört sie zum Lieferpaket. Zumindest für ohnehin schon schwergewichtige E-Bikes ist das ein optionales Extra. Ansonsten überzeugte uns die Osram TyreInflate 2000 in fast allen Bereichen. Autostopp und automatische Druckerkennung funktionierten ohne Aussetzer. Beim Aufpumpen des Fußballs war ebenfalls nur Xiaomi schneller. Für weniger als 50 Euro liefert Osram ein präzises und gut durchdachtes Multitool, das zuverlässig abliefert, wenn mal die Luft raus ist. 

3. Kompakt & zuverlässig: Bosch EasyPump

Unboxing & Zubehör: Aus dem Karton im klassischen Bosch-Grün fallen neben der Akku-Luftpumpe mit fixiertem Schlauch nur ein USB-Ladekabel und ein schwarzer Transportbeutel mit Kordelzug. Ballnadel und der Adapter für Presta-Ventile haben ihren Platz in einem integrierten Kästchen unter dem roten Power-Button, das sich leicht aufschieben lässt. Der Schlauch ist aus einem textilen Material und kann direkt auf Auto- bzw. Schrader-Ventile geschraubt werden. Der legierte Adapter kann separat gedreht werden, sodass sich der Schlauch beim Aufschrauben nicht mit- und verdreht. Auch auf eine mögliche Panne im Dunkeln ist die Bosch EasyPump vorbereitet. Eine LED-Leuchte erleichtert in diesem Fall den unfreiwilligen Boxenstopp.

Handhabung & Pumpleistung: Klein, aber aufgeräumt und gut lesbar ist die Anzeige der Bosch EasyPump. Die leuchtet auf, sobald der rote Power-Button gedrückt wird. Überhaupt ist die Bedieneinheit klar strukturiert und erklärt sich von selbst. Über + und - lassen sich die Zielwerte in den Einheiten bar, PSI und kPA einstellen. Schön finden wir, dass die Akkustandsanzeige permanent sichtbar ist. Auf Speicher oder Voreinstellungen für Bälle, Bikes oder Autos hat  Bosch verzichtet. Insgesamt ist das Gerät sauber verarbeitet und liegt dank des ergonomischen Designs super in der Hand.

Ball: Präzise und zügig füllt die EasyPump unseren Testball mit Luft. Nach 25 Sekunden zeigt das Display exakt die gewünschten 0,8 bar und die Pumpe stoppt die Luftzufuhr. Wir messen eine Lautstärke von knapp über 83 dB. Damit liegt das Modell von Bosch auf Augenhöhe mit den Mitbewerbern von Osram und Dunlop. 

Fahrrad: Bei Bikereifen mit Autoventil hat die EasyPump leichtes Spiel. Aufschrauben. Zielwert einstellen. Start. Nach knapp 90 Sekunden war der Schwalbereifen für die nächste Tour präpariert. Auch hier hatten wir am Autostopp nichts auszusetzen. Bei 4,0 bar stellte das Gerät die Arbeit selbstständig ein. Wie flexibel die EasyPump ist, prüften wir im Anschluss an einem Gravelbike-Reifen mit Presta-Ventil. Wichtig: Erst das Ventilrädchen am Reifen öffnen, dann den Adapter aufs Ventil schrauben. In unserem Test klappte das zuverlässig.

Auto: Auch die Herausforderung Autoreifen meisterte die Bosch-Pumpe souverän. Der Adapter ließ sich locker mit einer Hand aufsetzen und aufschrauben. In 5 Minuten 20 Sekunden war der auf 1,5 bar Luftdruck eingestellte Škoda-Pneu mit 2,5 bar wieder voll einsatzbereit. Dabei stellten wir am Gehäuse selbst nahezu keine Wärmeentwicklung fest. Lediglich Schaft und Schlauch wurden spürbar, aber nicht unangenehm warm. 

Akku-Ausdauer: Der 3000-mAh-Akku der Bosch EasyPump hat einen langen Atem. In eine Reifenfüllung flossen etwa 25 Prozent der Akku-Ladung. Für alle vier Reifen reichte es am Ende nicht ganz. Insgesamt 3,4 bar standen am Ende aber zu Buche. Gut für die schnelle Hilfe unterwegs und eine absolut akzeptable Leistung. 

Fazit: Die Bosch EasyPump ist nicht die schnellste – überzeugte im Test aber mit ihrem gut durchdachten Konzept, den clever verstauten Adaptern, der intuitiven Bedienung und einer beispiellosen Haptik. Weil Pump- und Akkuleistung im Test knapp hinter dem Modell von Osram lagen, landete diese sehr präzise und ebenfalls absolut empfehlenswerte Akku-Luftpumpe im stern-Test auf Platz drei.

4. Der Bike-Spezialist: Cycplus AS2 Pro Max

Unboxing & Zubehör: Kompakter als die Cycplus AS2 Pro Max kann eine Akku-Luftpumpe kaum sein. Auf den ersten Blick das perfekte Format für Trikot- oder Satteltasche. Nur acht mal sechs Zentimeter misst das Kraftpaket, das mit einem sehr kurzen Schlauch, einem mehrteiligen Umbaukit für Presta-Ventile, dem obligatorischen USB-C-Ladekabel sowie einem kleinen Zip-Beutel geliefert wird, der laut Hersteller wasserdicht ist. Zudem ist die Pumpe selbst beim Auspacken in eine Silikonhaut gehüllt – ein Schutz, für den Fall, dass das Gehäuse bei längeren Pumpsessions sehr warm wird. Schöner Nebeneffekt: Durch die Hülle liegt die Pumpe auch sicherer in der Hand. Was sonst noch auffällt: So kompakt das Gerät ist, so schlicht und winzig ist auch das Display. 

Handhabung & Pumpleistung: Nicht ganz quadratisch, in jedem Fall praktisch, aber auch gut? Die minimalistische Akku-Luftpumpe von Cycplus liegt auch in kleinen Händen komfortabel. Sie wiegt etwa so viel wie ein Stück Butter, aber irgendwo muss die Energie zum schnellen Aufpumpen ja auch herkommen. Der Schlauchstummel ist zügig aufgeschraubt. Hier gibt es nichts zu beanstanden. Auch die beiliegenden Adapter lassen sich dank des flexiblen Endstücks bei Bedarf im Handumdrehen montieren. Aufs Wesentliche reduziert, sind auch die Funktionen. Mit nur drei Tasten lassen sich sämtliche Einstellungen vornehmen. Die Taste zum Einschalten ist zugleich der Umschalter zwischen Bar und PSI. Über die Tasten darunter lässt sich der gewünschte Zieldruck auswählen.

Ball: Das Ballgefühl der Cycplus hat uns im Test nicht überzeugt, was daran liegen könnte, dass dieses Modell hart auf den Radsport und die Reifen von Bikes aller Art optimiert wurde. Mit Drücken unter einem Bar kam sie im stern Akku-Luftpumpen-Test nicht zurecht. Zwar ließ sich der Zieldruck von 0,8 bar einstellen – beim Aufpumpen stoppte das Gerät aber in 0,1-Bar-Schritten und musste jedes Mal neu gestartet werden. Das machten die anderen Testpumpen deutlich besser.

Fahrrad: Beim Aufpumpen der Fahrradreifen lief die Cycplus dann aber zu Hochform auf. Zwar erkannte sie den eingestellten Startdruck von 2,0 Bar nicht auf Anhieb – dafür dauerte es bis zum Zieldruck von 4,0 Bar nur handgestoppte 26 Sekunden. Der Preis dieses Power-Pumpens ist die Lautstärke. Mit maximal gemessenen 87 dB war die Cycplus AS2 Max Pro die lauteste im Test. Dabei vibriert die Pumpe deutlich in der Hand. Die Silikonhülle war hier noch nicht nötig. Lediglich am Schlauchauslass stellten wir eine spürbare Wärmeentwicklung fest.

Autoreifen: Auch bei den Autoreifen legt sich die Cycplus mächtig ins Zeug. In nur etwas mehr als zwei Minuten brachte sie den Autoreifen auf den Zielwert von 2,5 Bar. Ein erstaunlicher Wert für eine Pumpe vom Format eines Stückes Butter. Schon beim zweiten Reifen kam sie dann aber ins Schlingern. Bei Reifen Nummer drei streikte die Pro Max dann endgültig und meldete Fehler E-10 – Akku leer. Dazu entsteht an Gehäuse und Luftschlauch viel Wärme. Insbesondere am Adapter, der aufs Ventil geschraubt wird, ist hier Vorsicht geboten. Das Gehäuse sollte unbedingt in die mitgelieferte Silikonhülle schlüpfen, um böse Überraschungen an den Fingern und Händen zu vermeiden.

Akku-Ausdauer: Wieviel Puste die Cycplus beim Aufpumpen von Fahrradreifen hat, überprüften wir in einem simplen Test. Dafür sollte die Pumpe einen MTB-Reifen so oft wie möglich von ca. 2,0 Bar auf 4,0 Bar aufpumpen. Erst beim achten Versuch genehmigte sich die Cycplus eine Verschnaufpause. Im Display erschien die Anzeige „HOT“, woraufhin sich das Gerät wie in der Anleitung beschrieben, abschaltete. Spätestens an dieser Stelle wurde auch klar, welchen Zweck die Silikonhülle erfüllt. Nach kurzer Pause schaffte die Pumpe noch einen Durchgang. Für den neunten Reifen reichte die Akkukapazität dann nicht mehr aus. Im Autoreifentest war im dritten Durchgang Feierabend. Mit insgesamt 2,3 Bar war die Cycplus in dieser Kategorie das Schlusslicht.

Fazit: Die Cycplus AS2 Pro Max hat eine offensichtliche Kernkompetenz. Sie ist fürs Aufpumpen von Fahrradreifen aller Art optimiert. In dieser Disziplin überzeugte sie auch im Test. Schwächen zeigte sie als Ball- und Autoreifenpumpe. Den Test-Fußball befüllte sie aus für uns unerfindlichen Gründen in 0,1-Bar-Schritten mit Luft. Die Pkw-Prüfung war schon beim dritten Reifen zu Ende. Der Preis für das immense Tempo, das sie vorlegt, sind aus unserer Sicht zwei Dinge: die nervig hohe Lautstärke und Bauteile, die sich so stark erhitzen, dass man sie bei längerer Nutzung nur vorsichtig anfassen sollte.

5. Gut & günstig: Dunlop

Unboxing & Zubehör: Abgesehen vom üblichen und häufig identischen Zubehör fällt uns beim Auspacken der günstigen Dunlop-Akku-Pumpe der Adapter für die Aufblasventile an Luftmatratzen, Schwimmreifen oder kleinen Schlauchbooten in die Hände. Den fanden wir im Test nur hier. Was sonst noch auffällt: Das untere Ende des Luftschlauchs wurde mit einer gelben Banderole markiert, die per Symbol davor warnt, dass der Schlauch im Dauerbetrieb heiß werden kann.

Handhabung & Pumpleistung: Am Handling der Dunlop-Pumpe gibt es nichts auszusetzen. Sie hat ein kompaktes Format und liegt gut in der Hand. Über Belüftungsschlitze an Ober- und Unterseite soll das Überhitzen verhindert werden. Dazu wurde neben dem Luftschlauch ein LED-Lämpchen verbaut. Warum die Ladebuchse ebenfalls dort untergebracht wurde, erschließt sich uns im Test nicht. Absolut intuitiv ist dagegen die Bedienung des Geräts. Einmal beherzt auf die Powertaste gedrückt, erscheinen die digitale Anzeige, dazu der Akkustand und der Modus, in dem gepumpt werden soll. Nur die Druckpunkte auf dem Bedienpanel könnten präziser sein. Im Test erwischten wir mehrfach die falsche Taste. Das ist auf die Dauer nervig.

Einen Schönheitspreis vergeben wir für die kreativen Icons von Auto, Motorrad, Fahrrad und Basketball. Simpler geht es nicht: Modus auswählen. Zieldruck über Plus und Minus einstellen. Und los geht die wilde Fahrt. Ebenfalls spannend: Mit der Taste „U“ lassen sich neben Bar und PSI noch die Einheiten kPa und kg/cm³ voreinstellen. Kleiner Minuspunkt: Bei sehr starker Sonneneinstrahlung war das Display in unserem Test nicht immer sauber erkennbar. Dazu ist es aus unserer Sicht empfindlich für Kratzer.

Ball: Wenn es am Trainingsplatz mal schnell gehen muss, wäre die Dunlop nicht unsere erste Wahl. In soliden, aber vergleichsweise gemächlichen 43 Sekunden brachte sie den Fußball auf gut spielbare 0,8 bar. Das Wechseln der Adapter war auch hier kein Problem. Auch die Auto-Stopp-Funktion tat an der richtigen Stelle, was sie sollte. Mehr als 84 dB zeigte unser dB-Meter in unmittelbarer Nähe. Nur die Pumpe von Cycplus war noch etwas lauter.

Fahrrad: In der Bike-Prüfung schlug sich die günstigste Akku-Luftpumpe im Test dafür wacker. Der Adapter ließ sich zügig aufschrauben, nach etwas mehr als 100 Sekunden meldete sie 4,0 bar und Vollzug. Den aktuellen Reifendruck erkannte die Dunlop auch nach dem Ablassen der Luft zuverlässig. Die Autostopp-Funktion funktionierte einwandfrei. 

Autoreifen: Mit etwas über sieben Minuten pro Reifen notierten wir bei der Dunlop die niedrigste Inflationsgeschwindigkeit im Test. Das deutet darauf hin, dass ein eher schwacher Motor verbaut wurde oder der Kompressor weniger effizient arbeitet als beispielsweise bei der Akku-Luftpumpe von Xiaomi. Zumindest gewöhnungsbedürftig empfanden wir die Anzeige des Batteriestands. Während der dritte Reifen mit Luft befüllt wurde, sprang die Anzeige von Grün auf Rot. Etwas später begann diese Anzeige zu blinken. Offenbar das Signal dafür, dass sich das Gerät demnächst ausschaltet.

Akku-Ausdauer: Trotz der laut Betriebsanleitung mit Xiaomi identischen Kapazität machte der Akku der Dunlop-Pumpe beim Aufpumpen des Bike-Reifens im siebten Durchgang schlapp. Schon nach der dritten Runde wechselte die LED-Anzeige von grün auf rot. In den Runden fünf und sechs blinkte die Anzeige dann. Kurz danach gingen Motor und Kompressor die Puste aus. Im hinteren Mittelfeld landete der Dunlop-Akku auch beim Ausdauertest am Pkw-Reifen. Nach insgesamt drei Bar gingen die Lichter der Anzeige aus. Das reicht aber immerhin dafür, im Pannenfall mindestens drei Reifen fit für die Heimfahrt zu machen. Ausschlaggebend für diese Werte dürften ein weniger leistungsstarker Motor und die geringere Effizienz des Kompressors sein.

Fazit: Luftnummer? Von wegen. Die Akku-Luftpumpe von Dunlop überzeugte im Test vor allem bei den Kriterien Handhabung und Druckgenauigkeit. Abstriche mussten wir bei der Pump- und Akkuleistung machen, wobei vor allem ersteres in der Gesamtbewertung ins Gewicht fiel. Die Dunlop ist ein solider und preiswerter Begleiter für unterwegs, auch wenn sie bei der Pumpleistung und der Inflationsgeschwindigkeit nicht an die Testsieger heranreichte.

Akku-Luftpumpen Test: Die wichtigsten Fragen & Antworten

1. Wofür eignet sich eine Akku-Luftpumpe?

Akku-Luftpumpen sind für viele Alltagsaufgaben praktisch, etwa für Fahrradreifen, Autoreifen, Bälle, Luftmatratzen oder Schlauchboote. Entscheidend ist aber das Modell: Niederdruckgeräte sind eher für größere Luftkörper gedacht, Hochdruckmodelle für Reifen und andere Anwendungen mit höherem Druckbedarf. Wer die Pumpe vor allem unterwegs nutzen will, sollte zusätzlich auf kompakte Maße und ein möglichst geringes Gewicht achten.

2. Wie viel Bar sollte eine Akku-Luftpumpe haben?

Für Fahrrad- und Autoreifen sind vor allem Modelle mit ausreichend hohem Maximaldruck sinnvoll; in Ratgebertests werden dafür oft Geräte ab etwa 8 bar genannt, teils bis 10 oder 11 bar. Für Luftmatratzen oder Schlauchboote reicht meist weniger Druck, dafür aber mehr Luftvolumen. Wichtig ist außerdem, dass die Pumpe den gewünschten Druck nicht nur erreicht, sondern auch möglichst präzise einstellen lässt.

3. Wie lange hält der Akku?

Die Laufzeit hängt stark von Akku, Druckbedarf und Einsatz ab; pauschale Angaben sind daher kaum möglich. Eine hohe Akkukapazität lohnt sich vor allem dann, wenn mehrere Reifen nacheinander gefüllt werden sollen oder die Pumpe regelmäßig unterwegs zum Einsatz kommt. Bei kompakten Mini-Pumpen muss man dagegen oft mit etwas kürzeren Laufzeiten rechnen.

4. Passt die Pumpe zu meinen Ventilen?

Die meisten Akku-Luftpumpen werden mit mehreren Ventilaufsätzen geliefert und sind dadurch für unterschiedliche Ventile und Einsatzzwecke geeignet. Besonders wichtig ist, dass die Pumpe zum jeweiligen Fahrradventil, Autoventil oder zum gewünschten Zubehör wie Ballnadel oder Luftmatratzen-Aufsatz passt. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein kurzer Blick auf die mitgelieferten Adapter und die genannte Ventilkompatibilität.

5. Welche Ausstattung ist wirklich sinnvoll?

Praktisch sind vor allem ein gut ablesbares Manometer, eine automatische Abschaltung beim Erreichen des Zielwerts sowie eine Deflate-Funktion zum Ablassen von Luft. Gerade bei Reifen ist eine genaue Druckanzeige wichtig, damit nicht zu viel oder zu wenig Luft eingefüllt wird. Auch eine integrierte Beleuchtung oder eine gute Aufbewahrung für Zubehör kann im Alltag den Unterschied machen.

Hinweis: Dieser Text wurde teilweise mit maschineller Unterstützung erstellt und nach den üblichen, strengen redaktionellen Kriterien bearbeitet und geprüft.

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