Katastrophenschutz: Saarland plant grenzüberschreitende Brandbekämpfung
Flammen kennen keine Landesgrenzen. Das Saarland will daher für künftige große Waldbrände Vorsorge treffen. Was sich der Innenminister von einer überregionalen Einheit verspricht.
Das Saarland will künftig bei Wald- und Vegetationsbränden enger mit den Nachbarländern zusammenarbeiten und dabei Personal, Wissen und Material zusammenführen. „Gerade die großen Wald- und Vegetationsbrände dieses Jahres haben gezeigt: Bei außergewöhnlichen Lagen brauchen wir nicht nur starke Strukturen im eigenen Land, sondern auch starke Partner in der Großregion“, teilte Innenminister Reinhold Jost (SPD) mit. Deshalb sei er mit Metz, Luxemburg und Rheinland-Pfalz im Gespräch über eine „großregionale, grenzüberschreitende Einheit“ für solche Einsatzlagen.
„Nicht jeder muss alles vorhalten - aber gemeinsam können wir mehr leisten“, so Jost. Das könne bei geländegängigen Fahrzeugen oder Wassertransport beginnen und bei Spezialtechnik für außergewöhnliche Einsatzlagen weitergehen. „Entscheidend ist, dass benötigte Fähigkeiten schnell verfügbar werden.“
Im Oktober soll der Vorschlag bei den „Otzenhausener Gesprächen“, einem trinationalen Arbeitstreffen, vertieft und in einem gemeinsamen Letter of Intent festgehalten werden. „Die Grenze darf im Katastrophenschutz keine Einsatzgrenze sein. Unsere Nachbarn sind nicht nur Nachbarn, sondern Einsatzpartner“, unterstrich der Minister.
Knapp 200 Wald- und Vegetationsbrände
Bis Donnerstag seien 185 Wald- und Vegetationsbrände registriert worden, 14 davon als größere Einsatzlagen. Besonders gefordert gewesen seien die Einsatzkräfte in Nonnweiler, Niederbexbach, an der Bahnstrecke Homburg-St. Ingbert, in Freisen und zuletzt am Sonntag in Hirzweiler. Dort habe sich das Feuer auf 18 Hektar ausgebreitet.
Jost wies darauf hin, dass der saarländische Bevölkerungsschutz insgesamt gestärkt werden solle. So seien mehr als zwölf Millionen Euro zusätzliche Investitionen in Ausstattung und Infrastruktur auf den Weg gebracht worden. Mit dem neuen saarländischen Bevölkerungsschutzgesetz werde der ganzheitliche Ansatz rechtlich verankert. In der kommenden Woche soll es in den Landtag eingebracht werden.
Ministerium für Inneres, Bauen und Sport des Saarlandes