Nach langem Einsatz macht die "USS Abraham Lincoln" in Thailand Halt. Die Monate auf See haben offensichtliche Spuren hinterlassen. Nach 286 Tagen im Einsatz ist der amerikanische Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" in einen Hafen in Thailand eingelaufen. Die Besatzung soll sich einige Tage erholen. Doch als das 330 Meter lange Kriegsschiff an der Küste auftauchte, staunten Beobachter: Der Rumpf war mit Rost übersät. Noch im Dezember hatte es Aufnahmen gegeben, die die "USS Abraham Lincoln" in tadellosem Zustand zeigten, zumindest was den Rumpf betraf. Doch offenbar haben die Monate auf See ihre Spuren hinterlassen. Das atomgetriebene Schiff war im November 2025 aus der US-Westküstenstadt San Diego ausgelaufen – zunächst für einen Einsatz im Pazifik. Infolge des Kriegs mit dem Iran wurde der Flugzeugträger dann aber in den Nahen Osten verlegt. Experten sagten dem US-Sender CNN , dass dies aber zu erwarten gewesen sei. "Rost an der Wasserlinie ist bei einem Schiff, das 60 Tage oder länger ununterbrochen auf See im Einsatz war, nichts Ungewöhnliches", sagte Carl Schuster, ein ehemaliger Kapitän der US-Marine, der drei Einsätze auf Flugzeugträgern der Nimitz-Klasse wie der "Lincoln" absolvierte. Trump regiert die USA : Alle aktuellen Meldungen Trump-Vize lässt aufhorchen: Vance findet Weltuntergang "okay" 5.000 Soldaten ruhen sich in Pattaya aus Der Rost zu entfernen sei nicht einfach. Soldaten müssten herabgelassen werden und den Rost abkratzen. Dann müssten sie in vier Schichten Grundierung und Farbe auftragen. "Das dauert mindestens 30 Tage", so Schuster. In laufenden Einsätzen sei eine solche Reparatur zu gefährlich. Die rund 5.000 Soldaten sind nun in der Touristenhochburg Pattaya. Hinter ihnen liegt ein Kriegseinsatz im Nahen Osten, der auch wegen angeblicher Versorgungsengpässe und Beschwerden von Matrosen und Angehörigen in der medialen Kritik stand. Das bis zu 74 Meter hohe Schiff lief am Donnerstag im Hafen Laem Chabang in der Provinz Chon Buri ein, rund 20 Kilometer von der Partystadt Pattaya entfernt. Hier soll es mehrere Tage bleiben. Ob während des Aufenthalts erste Reparaturen vorgenommen werden, ist nicht bekannt. Nach Schusters Einschätzung könnten erste Arbeiten an der Vorderseite durchgeführt werden. Ignorieren dürfe man Rost nicht, er fresse sich schnell durch das ganze Schiff. "Es ist besser, gleich etwas zu machen, als später ein größeres Problem zu haben", so der ehemalige Kapitän. Probleme mit Moral und Versorgung Während ihres Einsatzes im Iran-Krieg und den Reisen soll es unter anderem Probleme mit der Moral der Truppe gegeben haben. Ein Matrose ging über Bord und wurde gerettet; die Umstände sind nicht abschließend geklärt. Zudem gab es mehrere Medienberichte über Versorgungsengpässe. Donald Trump hingegen sagte, die Besatzung sei "nicht annähernd lange genug auf See" gewesen. Bei Einsätzen von US-Flugzeugträgern sind zwar auch mehrmonatige Fahrten üblich, doch eine so lange Zeit ohne regulären Hafenaufenthalt ist ungewöhnlich. Das Erscheinungsbild der "USS Abraham Lincoln" stört Trump offenbar nicht, auf die Bilder aus Thailand gab es bislang keine Reaktion. Im vergangenen Jahr noch hatte er den damaligen Marineminister, John Phelan, mehrmals sogar nachts angerufen und sich über Rostprobleme geäußert. "Hol die Schiffe aus den Docks. Kümmer dich um den verdammten Rost", sagte er laut Phelans Angaben. Sollten die US-Soldaten während ihres Erholungsaufenthalts zum Rostabkratzen abkommandiert werden, dürfte das die Moral nicht erhöhen. "Rostbekämpfung ist eine der beiden unbeliebtesten Tätigkeiten in der Marine. Die andere ist die Reparatur von Toiletten und Abwasserrohren. Als junger Offizier auf einem Schiff habe ich beides gehasst", sagte Kapitän Schuster.