2. Fußball-Bundesliga: Irres Energie-Comeback in Wolfsburg: „Das war Leidenschaft“
Nach 34 Minuten scheint Energie Cottbus beim VfL Wolfsburg schon geschlagen. Es steht 0:3! Dann starten die Lausitzer ein unglaubliches Comeback - mit einem furiosen Schlusspunkt.
Die mitgereisten Cottbuser Fans feierten ihre Comeback-Helden noch weit nach Schlusspfiff, Trainer Pele Wollitz konnte die irre Aufholjagd kaum glauben. Trotz eines scheinbar aussichtslosen 0:3-Rückstands nach 34 Minuten und einem 1:3 zur Pause hat Energie Cottbus noch ein 4:4 beim haushohen Favoriten VfL Wolfsburg erkämpft.
„Was wir in der zweiten Halbzeit hier abgerissen haben, das war Leidenschaft, das war alles das, was Fußball ausmacht“, sagte Wollitz nach der Partie. Nach drei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge hat Energie am vierten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga den Abwärtstrend gestoppt.
Dabei sah es zunächst nach einer deftigen Niederlage gegen den Bundesliga-Absteiger aus Wolfsburg aus. Stürmer Robert Glatzel (4./Strafstoß und 34. Minute), der am Freitag zum dritten Mal Papa wurde, sowie Vinícius Souza (25.) brachten den VfL deutlich in Führung. Kurz vor dem Seitenwechsel sorgte Luca Erlein (45.+4) für etwas Hoffnung.
Wollitz: „Normalerweise zerbrichst du daran“
„Heute in der Halbzeit war ich einfach sauer und habe gesagt: Mit dieser Naivität haben wir keine Berechtigung, hier in dieser 2. Liga zu spielen. Ich fand, dass wir wieder gut gespielt haben mit dem Ball, aber diese Gegentore in dieser Art und diese Fehler - normalerweise zerbrichst du daran“, sagte Wollitz.
Nach dem Seitenwechsel glichen King Manu (49.) und Tolcay Cigerci mit einem verwandelten Foulelfmeter (67.) zum 3:3 aus. In der Schlussphase erzielte der eingewechselte Mattias Svanberg (79.) die erneute Führung für die Hausherren, doch Energie gab in einem wilden Spiel nicht auf. In Überzahl traf Dmytro Bogdanov (90.+1) zum Ausgleich. Kurz zuvor sah Wolfsburgs Verteidiger Mathys Angély in der 88. Minute die Gelb-Rote Karte.
„Riesenkompliment. Wenn man nach 35 Minuten 0:3 zurückliegt, dann fühlt es sich für mich in dem Moment schon nach einem Sieg an. Und da können wir auch sehr stolz auf uns sein. Das wird uns auch sehr viel Kraft geben für die nächsten Wochen, weil ich glaube, Wolfsburg ist der klare Favorit und die bessere Mannschaft“, sagte Energie-Defensivspieler Axel Borgmann beim Pay-TV-Sender Sky.
VfL erst überlegen, dann nachlässig
Schon früh gingen die Wolfsburger in Führung. Energie-Keeper Marcel Lotka kam in der 3. Minute bei einer Flanke zu spät und räumte Glatzel rigoros ab. Schiedsrichter Lukas Benen entschied folgerichtig auf Strafstoß, den der Gefoulte selbst verwandelte.
Im Anschluss drückten die Wölfe gegen teils überfordert wirkende Lausitzer auf weitere Treffer und sahen schon wie der sichere Sieger aus, ehe die Lausitzer nach der Pause ihre irre Aufholjagd starteten und für großen Jubel bei den mitgereisten Fans sorgten.