Urlaub in der Nebensaison: Von Deutschland bis Mauritius: Acht Reiseziele für den Spätsommer
Sie möchten noch einmal schnell in den Urlaub, bevor schon bald der dunkle Winter einbricht? Nichts leichter als das! Acht Destinationen für den September.
Wer im Urlaub lieber für sich ist und auf Menschenmassen verzichten möchte, sollte die Nebensaison nutzen. Denn in den Monaten, welche die Sommersaison begrüßen und verabschieden, sind die Preise für Unterkunft und Anreise günstiger und es ist an typischen Reisezielen eher weniger los.
An sonst überfüllten Stränden lässt es sich ganz entspannt relaxen und in üblicherweise trubeligen Städten geht es ruhiger zu. Wir stellen fünf Reiseziele vor, an denen sich Urlaub im September und Oktober ganz besonders lohnt.
Frankreich: Auf ins Elsass
Es gibt Gerichte, die gehen um die Welt – Flammkuchen zum Beispiel! Das Elsass ist berühmt für seine knusprigen „Flammekueche“. In jedem Restaurant findet man die köstliche Spezialität auf der Speisekarte – in zahlreichen Variationen.
Doch die Region im Nordosten Frankreichs hat noch weit mehr zu bieten als eine hervorragende Küche. Eine idyllische Naturlandschaft, romantische Städtchen wie Straßburg oder Colmar und historische Kunstschätze machen das Elsass zu einem großartigen Urlaubsziel.
Besonders im September und im Oktober, wenn sich das Laub der Weinreben golden und rot färbt und die Tage noch sonnig genug für eine Wanderung samt Picknick in den Weinbergen sind, beginnt die schönste Zeit, das zauberhafte Elsass zu genießen.
Spanien: Wandern in den Picos de Europa
Hier treffen schroffe Kalksteinmassive auf grüne Täler, immer wieder unterbrochen von tiefen Schluchten: Die Picos de Europa im Norden Spaniens wirken vielerorts eher wie eine Alpenlandschaft als wie das Spanien der üblichen Urlaubsklischees. Der Nationalpark erstreckt sich über Asturien, Kantabrien sowie Kastilien und León und bietet mehr als 30 ausgeschilderte Wanderrouten. Zu den Klassikern gehört die Ruta del Cares, die durch eine spektakuläre Schlucht zwischen Caín und Poncebos führt. Berge von mehr als 2000 Metern Höhe ragen dabei über dem Fluss auf, der Wanderweg führt über Brücken und durch zahlreiche in den Fels geschlagene Tunnel.
Gerade im September lohnt sich die Reise: Der Frühherbst ist ideal zum Wandern – wegen der milderen Temperaturen und weil sich nach der sommerlichen Hauptsaison weniger Menschen auf den Wegen drängen. Bis Ende September werden zudem kostenlose geführte Wanderungen im Nationalpark angeboten. Trotzdem bleibt das Hochgebirge unberechenbar: Wetterumschwünge sind selbst zu dieser Jahreszeit möglich, Regen- und warme Kleidung gehören deshalb in den Rucksack.
Ljubljana: Städtetrip in der Nebensaison
Ljubljana besitzt vieles, was einen gelungenen europäischen Städtetrip ausmacht – nur auf angenehm überschaubarem Raum. Die weitgehend autofreie Innenstadt lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden: vorbei an den von Jože Plečnik geprägten Brücken und Plätzen, entlang der Ljubljanica und hinauf zur Burg, die über der slowenischen Hauptstadt thront. Danach bleibt Zeit für einen Kaffee am Fluss oder einen Abstecher in den weitläufigen Tivoli-Park. Gerade diese Mischung aus Architektur, Cafékultur und viel Grün macht den Reiz Ljubljanas aus.
Im September klingt die große Sommerreisewelle ab, während die Tage häufig noch warm genug sind, um lange draußen auf den Plätzen und in den gemütlichen Gassen zu sitzen. Zugleich ist kulturell noch einiges los: Veranstaltungen finden weiterhin unter freiem Himmel statt, und mit Ausstellungen, Märkten und Konzerten beginnt bereits das Herbstprogramm. So lässt sich Ljubljana in einem Tempo entdecken, das gut zu seiner entspannten Größe passt.
Deutschland: Zum Viehscheid ins Allgäu
Es ist ein echtes Stück Allgäuer Tradition und der Höhepunkt des Jahres für viele Älpler: Jedes Jahr im September ziehen die Kühe und Rinder von den Almwiesen nach den Sommermonaten wieder zurück ins Tal - und das ist ein beeindruckendes Schauspiel.
Um den Abschluss der Alpsaison zu feiern, schmücken die Senner ihre Tiere mit prächtigen Glocken und ausgefallenen Gestecken aus Bergblumen und Tannenzweigen. Unten in den Dörfern erwarten Besucher und Älpler die Herden, wo nach der Ankunft mit Bierzelt und Musik gefeiert wird.
Ob bei großen Veranstaltungen wie in Obermaiselstein und Gunzesried-Ofterschwang oder bei kleineren Feierlichkeiten wie in Bolsterlang und Balderschwang: ein Viehscheid in den Hörnerdörfern ist ein beeindruckendes Erlebnis!
Mauritius: Urlaub auf der Trauminsel
Weiße Sandstrände unter Palmen, eine artenreiche Unterwasserwelt und die atemberaubende Natur der Regenwälder machen den kleinen Inselstaat im Südwesten des Indischen Ozeans zu einem echten Traumreiseziel für Sonnenanbeter. Wie ein grünes Juwel liegt Mauritius im Ozean und verkörpert für viele das Sinnbild des Paradieses.
Malerische Buchten und Dörfchen mit bunten Häusern im Kolonialstil, erloschene Vulkanlandschaften und dichte Tropenwälder, dazwischen Ananasplantagen und Felder aus Zuckerrohr prägen die abwechslungsreiche Landschaft der Insel. So kommen nicht nur Badeurlauber auf ihre Kosten, sondern auch für Aktive gibt es viel zu entdecken.
Mauritius kann als Ganzjahresziel bezeichnet werden. Es herrscht stets ein tropisches Klima und auch in den Wintermonaten liegen die Tagestemperaturen bei um die 26 Grad Celsius.
Belgien: Unterwegs in den Ardennen
Wanderungen durch die tiefen Wälder der belgischen Ardennen sind ein echtes Erlebnis. Die herrlichen Wanderwege im Südosten Belgiens sind noch ein kleiner Geheimtipp – auch in der Hauptsaison sind sie nicht überlaufen. Und besonders im Herbst verleiht das rotbraune Laub der Eichen und Buchen der Landschaft ihren ganz besonderen Reiz.
Eindrucksvolle Bergflanken, tiefe Täler, dichte Wälder und wilde Flussläufe prägen die Region und machen sie so zu einem perfekten Zufluchtsort für Naturliebhaber und Aktivurlauber. Auf einem 1300 Kilometer langen Streckennetz kann man zwischen 13 abwechslungsreichen Touren wählen.
Im Frühherbst ist das Klima in den Ardennen angenehm mild und nicht zu heiß. Dann ist der beste Zeitpunkt, um in die Gebirgslandschaft zu Fuß oder mit dem Mountainbike zu erkunden.
Italien: La Dolce Vita in Gargano
Wer bei Apulien vor allem an Olivenhaine, Trulli und die flache Landschaft des Salento denkt, erlebt am Gargano eine Überraschung. Der „Sporn“ des italienischen Stiefels ragt als gebirgige Halbinsel in die Adria. Weiße Kalksteinklippen wechseln sich mit Sandstränden und Meereshöhlen ab, im Hinterland beginnt die dichte Foresta Umbra. Dazwischen liegen Küstenorte wie Vieste, dessen Altstadt mit weißen Häusern und verwinkelten Gassen über dem Meer sitzt.
Der September verbindet hier zwei Urlaubsarten, die sich im Hochsommer mitunter in die Quere kommen: Badeurlaub und Entdeckungsreise. Die Temperaturen sind weiterhin angenehm und das Meer lädt noch zum Schwimmen ein, während nach der Hauptsaison weniger Reisende an den Stränden und in den Küstenorten unterwegs sind. Damit werden auch Wanderungen durch die Foresta Umbra oder Ausflüge entlang der Küste wieder reizvoller.
Und dann ist da noch das eigentliche Vergnügen des Gargano: Am späten Nachmittag durch Viestes Gassen schlendern, in einer Trattoria einkehren und den Tag mit Blick auf die Adria ausklingen lassen. Im September fühlt sich dieses Dolce Vita weniger nach Hochsaison und mehr nach italienischem Alltag an.
Portugal: Baden im Nationalpark Peneda-Gerês
Portugal kann auch wild und grün: Im äußersten Nordwesten des Landes erstreckt sich der Nationalpark Peneda-Gerês, Portugals einziges Schutzgebiet mit dem offiziellen Status eines Nationalparks. Zwischen Granitbergen und dichten Wäldern rauschen Flüsse durch Täler, stürzen über Wasserfälle und sammeln sich in natürlichen Becken und großen Stauseen. Alte Dörfer wie Pitões das Júnias erinnern daran, dass diese Landschaft keineswegs menschenleer ist – traditionelle Formen des Landlebens haben sich hier teilweise bis heute erhalten.
Im September lässt sich Peneda-Gerês besonders vielseitig erleben. Während an Portugals Atlantikküste der klassische Strandurlaub dominiert, verbindet der Nationalpark Wandern mit einer ganz anderen Form der Abkühlung: In ausgewiesenen Bereichen lässt es sich in Flüssen und natürlichen Becken baden. Nach einem Wandertag durch Wälder und über steinige Bergpfade ist der Sprung ins klare Wasser eine willkommene Erfrischung.
Gerade der Übergang vom Sommer zum Herbst macht den Reiz aus: Die Landschaft trägt noch ihr sattes Grün, doch die große Sommerhitze lässt allmählich nach. Wanderwege führen zu Wasserfällen, Aussichtspunkten und abgelegenen Bergdörfern. Und mit etwas Glück begegnet man den halbwild lebenden Garrano-Pferden, die zu den charakteristischen Bewohnern der Region gehören. So bietet Peneda-Gerês im September eine ruhigere, überraschend ursprüngliche Alternative zum klassischen Portugal-Urlaub.