Die Fohlen erleben gegen Mainz 05 eine wahre Achterbahnfahrt – inklusive Drama in der Schlussphase. Die SGE und der SC Freiburg liefern sich derweil einen wilden Schlagabtausch. Sie waren nah dran am zumindest ersten Punkt der Saison – doch am Ende stand für Borussia Mönchengladbach die vierte Niederlage im vierten Bundesligaspiel. Die kriselnden "Fohlen", die erst vergangene Woche Trainer Eugen Polanski entlassen hatten, kassierten am 4. Spieltag durch ein spätes Gegentor eine 3:4 (1:2)-Heimniederlage gegen Mainz 05 und stehen weiter ohne Punkte da. Florian Neuhaus hatte die Gastgeber in Führung gebracht (11. Minute), Philipp Tietz (18.) und Sheraldo Becker (45. +1) drehten die Partie noch vor der Pause. Isac Lidberg (59.) brachte die Gladbacher zurück in die Partie, ehe Eric Martel (78.) den Borussia-Park verstummen ließ. Danny da Costa (89.) erhöhte für Mainz. Durch einen von Shūto Machino verwandelten Handelfmeter (90.+5) kam Gladbach noch zum dritten Tor. Dazu verschoss Kevin Diks auch noch einen Elfmeter (57.). Köln verzweifelt: HSV siegt und gibt rote Laterne ab Neuer Job bei Krisen-Klub: Sandro Wagner wird Trainer bei Zweitligist Der SC Freiburg bleibt indes an der Tabellenspitze dran. Die Breisgauer erkämpften am Samstagnachmittag in einer mitreißenden Partie ein 2:2 (1:2) bei Eintracht Frankfurt . Yuito Suzuki rettete den Punkt für den SCF (48.), nachdem in der ersten Spielhälfte schon Derry Scherhant (34.) für die Gäste ausgleichen konnte. Younes Ebnoutalib (10.) und Jonathan Burkardt (36.) hatten Frankfurt zweimal in Führung gebracht. In der dritten Partie vom Nachmittag kam Werder Bremen nach 0:2-Rückstand zu Hause noch zu einem 3:2 (0:1)-Sieg gegen den FC Augsburg . Robin Fellhauer (18.) und Calvin Brackelmann (58.) hatten die Schwaben in Führung geschossen, ehe Marco Grüll (66.), Niclas Füllkrug (86.) und Mitchell Weiser in der Nachspielzeit (90.+3) der Partie noch eine Wendung gaben. Borussia Mönchengladbach – FSV Mainz 05 Mit dem ersten richtigen Gladbacher Angriff erzielte Neuhaus das 1:0. Bei einem Schuss von Lukas Ullrich hielt der Mittelfeldspieler den Fuß rein und fälschte den Ball unhaltbar für den Mainzer Keeper Alexander Schwolow ab. Kurz darauf verhinderte der Vertreter des verletzten Robin Zentner bei einem Kopfball von Jan Leszczynski das zweite Gegentor. Gladbach war gut im Spiel, musste dann aber trotzdem den Ausgleich hinnehmen. Nach einem Mainzer Einwurf passte die Defensive des VfL nicht auf und Tietz traf völlig freistehend zum 1:1. Es entwickelte sich nun eine ausgeglichene Partie mit Abschlüssen auf beiden Seiten. Nach vorne machte es die Borussia phasenweise nicht schlecht. In der Defensive war dagegen große Verunsicherung zu spüren. Becker hatte nach einer Flanke von der rechten Seite im Strafraum sehr viel Platz und traf mit einem perfekt platzierten Kopfball zur Mainzer Führung. Gut zehn Minuten nach dem Seitenwechsel hatte die Borussia die große Chance zum Ausgleich. Nach einem Handspiel von Tietz im Mainzer Strafraum und anschließendem Videostudium zeigte Schiedsrichter Robert Hartmann auf den Elfmeterpunkt. Diks scheiterte jedoch am Pfosten. Den erneuten Rückschlag steckte Gladbach zunächst erstaunlich gut weg. Die Borussia machte Druck und belohnte sich mit dem 2:2 durch Kleindienst-Vertreter Lidberg. Für einen Punkt reichte es am Ende trotzdem nicht, weil die Gladbacher Abwehr derzeit nicht bundesligatauglich ist. Erst ließ Martel die mitgereisten Mainz-Fans jubeln. Dann erzielte der ebenfalls eingewechselte da Costa das vierte Tor für den 1. FSV. Es war das 16. Gegentor für Gladbach in dieser Spielzeit. Das 3:4 von Machino war nur noch Ergebniskosmetik. Eintracht Frankfurt – SC Freiburg Es ging schnell in der Mainmetropole: Über Burkardt und Ritsu Dōan gelangte der Ball zu Ebnoutalib. Beflügelt von der erstmaligen DFB-Berufung schob der 23-Jährige ohne große Mühe zu seinem vierten Saisontreffer ein. Mehr Treffer hatten für Frankfurt zu diesem Saisonzeitpunkt nur die Klublegenden Bernd Hölzenbein in der Saison 1976/77 und Anthony Yeboah in der Spielzeit 1993/94 erzielt. Eintracht-Torhüter Atubolu musste immer wieder bei hohen Bällen eingreifen und geriet zudem in der 23. Minute unter Druck, als er nach einem Standard gegen SC-Kapitän Maximilian Eggestein rettete. Wenig später war er gegen Jan-Niklas Beste zur Stelle (30.). Freiburg hatte zu diesem Zeitpunkt deutlich mehr Ballbesitz, machte daraus aber lange wenig. Das änderte sich mit Scherhants Schlenzer. Kurz darauf behielt Burkardt im Strafraum die Übersicht und brachte die Hessen wieder in Front. In einer turbulenten Phase vor der Pause verpasste Scherhant per Freistoß an den Pfosten noch die rasche Antwort. Atubolu war bei diesem Versuch noch mit den Fingerspitzen dran (45.). Kurz nach dem Seitenwechsel war der Schlussmann jedoch machtlos: Flankengeber Scherhant wurde nicht angegriffen und fand den heranrauschenden Suzuki. Scherhant blieb der gefährlichste Mann auf dem Feld, verpasste aber seinen zweiten Treffer knapp (55.). Aber auch die Eintracht suchte weiter den Weg zum gegnerischen Tor: Burkardt und zweimal Can Uzun vergaben binnen weniger Minuten die Chance auf den zweiten Sieg in Serie (65./69.). Werder Bremen – FC Augsburg Augsburg begann dieses verrückte Spiel sehr dominant – bis zur 6. Minute: Da zirkelte Werders neuer Spanier Chuki einen Freistoß aus 20 Metern flach um die Mauer herum. Der Ball flog aber nur an den Pfosten von Finn Dahmens Tor. Von diesem Moment an zogen sich die Augsburger weit in die eigene Spielhälfte zurück, lauerten dort auf Konter und überließen Werder das Spiel. Beim 0:1 durch Fellhauer ging diese Strategie perfekt auf, weil die Bremer den Ball nach einem eigenen Einwurf am gegnerischen Strafraum verloren und Fabian Rieder den Torschützen mit einem schönen Steilpass auf eine weite Reise durch die komplette Bremer Spielhälfte schickte. Erst in der zweiten Halbzeit wurde aus der Überlegenheit der Hausherren auch Gefahr. In der 46. Minute scheiterte Chuki aus kurzer Distanz an Torwart Dahmen. Vier Minuten später versuchte es Füllkrug im Strafraum mit einem Volleyschuss nach präziser Flanke von Olivier Deman (50.). Nur wenige Minuten später traf FCA-Verteidiger Brackelmann nach einem Eckball von Claude-Maurice zum 2:0. Und der junge Ribeiro (21) hatte die große Chance, dieses Spiel zu entscheiden (64.). Praktisch im Gegenzug machte Grüll die Partie stattdessen aber wieder spannend. Sein sehenswertes Tor zum 1:2 leitete Werders stärkste Phase ein. Innerhalb von einer Minute hatte zunächst Füllkrug den Ausgleich auf dem Fuß (67.). Danach parierte Dahmen herausragend eine Doppelchance von Weiser und Chuki (68.). Der 28-jährige Torwart war zeitweise so etwas wie der Bremer Endgegner. Auch bei einem Schuss von Ludovit Reis aus spitzem Winkel war Dahmen zur Stelle (78.). Nur in der Schlussphase war er machtlos. Füllkrugs wuchtiger Schuss und Weisers sehenswerter Schlenzer flogen jeweils über ihn hinweg in den oberen rechten Winkel des Tores.