Skoda feiert 25 Jahre Superb. Doch zum Jubiläum steht die Frage im Raum, ob es langfristig überhaupt noch einen eigenständigen Superb geben wird. Skoda prüft offenbar, ob Octavia und Superb künftig in einer gemeinsamen Baureihe aufgehen könnten. Das berichtet "Autocar". Eine Entscheidung ist demnach noch nicht gefallen. Doch ein mögliches Modell für diese neue Rolle hat Skoda bereits gezeigt: den elektrischen Vision O. Die Studie wurde 2025 als Ausblick auf einen künftigen elektrischen Kombi als Nachfolger des Octavia vorgestellt. Skoda arbeitet inzwischen auch an einer Serienversion. Das bestätigte Skodas Noch-Chef Klaus Zellmer im Interview mit t-online: "Die DNA von Skoda ist eng mit dieser klassischen Fahrzeugform verbunden", sagte Zellmer. Trotz des Erfolgs der SUV-Modelle sei der Octavia weiterhin das meistverkaufte Auto der Marke. Gerade Langstreckenfahrer schätzten die klassische Karosserieform, die gegenüber einem SUV auch fahrdynamische Vorteile habe. VW verliert Manager: Skoda-Chef wechselt zu Konkurrent Kommt die Trendwende? Autoexperte sieht "wunderbares Zeichen" bei VW Offen ist allerdings, ob Skoda künftig noch zwei unterschiedlich große Modelle dieser Art – Octavia und Superb – anbieten will. Braucht Skoda noch Octavia und Superb? Der Volkswagen-Konzern will seine Modellpalette langfristig verkleinern. Bis 2035 soll die Zahl der angebotenen Modelle um rund die Hälfte sinken. Weniger Baureihen bedeuten größere Stückzahlen pro Modell, vermeiden Überlappungen zwischen den Marken und können Entwicklung und Produktion günstiger machen. Hinzu kommt der Wandel des Marktes. "Limousinen und Kombis sind nicht auf dem aufsteigenden Ast", sagte Zellmer laut "Autocar". Derzeit seien Octavia und Superb zwar gut aufgestellt. Das allein bedeute aber nicht, dass beide Baureihen auch langfristig nebeneinander bestehen müssten. Der Vision O liegt mit seinen Abmessungen (4,85 Meter) zwischen den beiden heutigen Modellen. Der Octavia misst rund 4,70 Meter, der Superb knapp 4,90 Meter. Ein Serienmodell in dieser Größenordnung könnte damit Kunden beider Baureihen ansprechen. Neue Plattform ermöglicht neue Modelle Technisch soll das künftige Modell auf der neuen SSP-Architektur des Volkswagen-Konzerns basieren. Die Plattform soll künftig eine ganze Reihe neuer Elektroautos tragen und erlaubt laut Zellmer auch Fahrzeuge bis in die Größenordnung des Superb. Dass daraus tatsächlich ein gemeinsamer Nachfolger wird, ist bislang allerdings nicht beschlossen. Auch beim Antrieb sind offenbar noch Fragen offen. Der Vision O wurde als reines Elektroauto präsentiert. Laut "Autocar" prüft Skoda jedoch auch einen Range Extender, also einen Verbrennungsmotor , der als Generator Strom für den Elektroantrieb liefert. Der Superb ist für Skoda wichtig Ein möglicher Abschied vom Superb wäre für Skoda dennoch ein Einschnitt. Erst am 11. September 2026 erinnerte der Hersteller an das 25-jährige Bestehen des modernen Modells. Seit der Vorstellung auf der IAA 2001 hat Skoda nach eigenen Angaben fast 1,8 Millionen Superb ausgeliefert. Inzwischen geht mehr als die Hälfte der Fahrzeuge als Firmenwagen an Kunden. Die aktuelle vierte Generation kam 2023 auf den Markt. Angeboten werden Limousine und Combi sowie Benzin-, Diesel-, Mildhybrid- und Plug-in-Hybridantriebe. Seine historische Rolle als größtes und besonders hoch positioniertes Modell der Marke verändert sich allerdings bereits. Der Peaq besetzt eine neue Rolle Denn oberhalb von Enyaq und Superb hat Skoda den Peaq ins Programm genommen. Das 4,87 Meter lange Elektro-SUV bietet bis zu sieben Sitze und mit umgeklappter dritter Reihe 935 Liter Gepäckraum. Damit spricht es ebenfalls Kunden an, die ein großes Familien- oder Reisefahrzeug suchen. Seine Karosserie, Sitzposition und technische Ausrichtung unterscheiden sich deutlich vom klassischen Kombi. Damit könnte sich die Rollenverteilung innerhalb der Marke verschieben: Auf SUV-Seite übernimmt der Peaq die Position eines großen elektrischen Modells. Bei den klassischen Kombis könnte der Vision O künftig das Spitzenmodell darstellen – doch eine Entscheidung wurde bislang nicht bekannt gegeben.