Beim Großen Preis von Aserbaidschan agiert George Russell zunächst dominant, muss dann aber doch zittern. Der WM-Führende lässt Federn. Mercedes-Pilot George Russell hat den Großen Preis von Aserbaidschan gewonnen. In den Straßen von Baku gewann der Pole-Setter den Start und fuhr seiner Konkurrenz lange Zeit davon. Nach zwei Safety-Car-Phasen war Max Verstappen im Red Bull aber plötzlich dran und attackierte. Russell konnte den Angriff jedoch abwehren. Isack Hadjar im zweiten Red Bull komplettierte das Podium. Durch den Sieg kann sich Russell wieder leise Hoffnungen auf dem WM-Titel machen, denn sein Teamkollege und WM-Führender Kimi Antonelli erlebte ein enttäuschendes Wochenende. Nach einem schwachen Qualifying mit Startplatz 16 arbeitete er sich zwar nach vorne, kam aber nicht über Platz fünf hinaus. Dadurch holt Russell ganze 15 Punkte auf und kommt von 81 auf 66 Zähler heran. Als künftige Nummer zwei: FC Bayern denkt offenbar über Bundesliga-Keeper nach DOSB-Entscheidung gefallen: München gewinnt Rennen um deutsche Olympia-Bewerbung Das Ferrari-Duo Charles Leclerc und Lewis Hamilton belegte die Plätze vier und sechs, Nico Hülkenberg verpasste im Audi als Elfter knapp die Punkte. So lief das Rennen Für Antonelli, dem seit Wochen eigentlich alles gelungen war, hielt Baku von Beginn an Ärger bereit. Die Hälfte des freien Trainings am Donnerstag verpasste er wegen Problemen an seinem Mercedes, damit fehlten wichtige Übungsrunden auf dem schwierigen Kurs – und das wirkte sich dann auch aufs Qualifying aus: In Kurve eins kam er hart an die Mauer und schied früh aus, es war ein leichter und untypischer Fehler für Antonelli. Auch für Russell war der Auftakt in Baku ganz anders als die vergangenen Wochen, allerdings im positiven Sinne. Hoch souverän fuhr er zur Pole Position, war in dieser Form großer Favorit für das Rennen und machte sich auf bemerkenswerte Hauptkonkurrenten gefasst. "Ich denke, Verstappen wird eine Gefahr sein, und natürlich kannst du Kimi nicht ausschließen", sagte Russell über die Piloten auf den Startplätzen 8 und 16. Besonders seinen Teamrivalen hatte Russell im Blick, erinnerte im Scherz an dessen Aufholjagd zum Sieg in Italien. "Er ist in Monza von Platz 19 losgefahren, und jetzt ist er auf Platz 16, also sollte er diesmal noch ein paar Runden früher führen" – es stellte sich aber schnell heraus, dass Baku für Antonelli eine völlig andere Herausforderung werden würde. Nach dem Start verlor er gar einen Platz, Hülkenberg ging vorbei, erst nach vier Runden war Antonelli zurück auf Rang 16. Danach erst begann er, sich langsam durch das Feld zu arbeiten. Erst nach 17 der 51 Runden war er in den Top 10 angekommen, verlor bei den vielen Duellen aber auch viel Zeit auf die Spitze. Dort fuhr Russell seinen direkten Verfolgern Oscar Piastri im McLaren und Leclerc im Ferrari schnell davon – und er sollte mit Blick auf Verstappen recht behalten. Der Niederländer, in der Quali noch mit technischen Problemen, war zu Beginn schnellster Mann im Feld, nach sieben Runden lag er bereits auf Rang drei hinter Piastri, weiter ging es zunächst aber nicht. Das Feld schien zur Rennhälfte sortiert, zwei Safety-Car-Phasen brachten allerdings doch noch einmal Bewegung. Die Autos rückten wieder nah aneinander, ein großer Crash nach dem ersten Safety Car und ein Fahrfehler Piastris nach dem zweiten spülten unter anderem Antonelli weiter nach vorne. An der Spitze machte Verstappen am Ende noch einmal Druck auf Russell, kam aber nicht mehr vorbei. Aufgrund eines nationalen Gedenktages in Aserbaidschan fand das Rennen einen Tag früher statt als gewöhnlich.