Whistleblower Rui Pinto kritisiert nach dem Urteil gegen Manchester City Fifa-Präsident Gianni Infantino. Im Mittelpunkt steht seine Zeit bei der Uefa. "Football Leaks"-Gründer Rui Pinto hat nach dem Schuldspruch gegen Manchester City schwere Vorwürfe gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino erhoben. Der heutige Fifa-Chef soll nach Pintos Darstellung als Uefa-Generalsekretär im Jahr 2014 von Unregelmäßigkeiten bei City gewusst und Ermittler ausmanövriert haben. Die Premier League hatte City am Dienstag in allen 115 Anklagepunkten für schuldig befunden. Der Vorwurf: Der Klub soll über neun Saisons von 2009 bis 2018 mehr als 900 Millionen Pfund durch fingierte Handelsverträge und falsche Buchführung verschleiert haben. City kann bis Freitag Einspruch einlegen. Kimmich-Ersatz: Dieser DFB-Star erhält wohl die Kapitänsbinde Nach Abreise-Eklat: Ronaldos ikonische Rückennummer bereits neu vergeben Als mögliche Strafen stehen Zwangsabstieg, Punktabzüge und Titelaberkennungen im Raum. Nach dem Schuldspruch gegen City meldete sich Pinto auf X zu Wort. Das Urteil bezeichnete er als "historische Entscheidung für den englischen Fußball". Auch den Fifa-Präsidenten nahm Rui Pinto in seinen Tweets ins Visier. Bereits 2019 hatte die Uefa Manchester City infolge der sogenannten "Football Leaks" angeklagt. Ursprünglich sollten die Engländer für zwei Jahre aus der Champions League ausgeschlossen werden. Der Internationale Sportgerichtshof CAS kassierte den Ausschluss ein und sprach lediglich eine Geldstrafe aus. Pinto wirft nun Infantino vor, mitgewirkt zu haben, dass die Sperre vergleichsweise mild ausfiel. Seine Vorwürfe im Wortlaut: "Der berüchtigte Gianni Infantino, damals Generalsekretär der Uefa, missbrauchte seine Befugnisse, gab vertrauliche Dokumente weiter und hinterging letztlich die Untersuchungskammer, indem er alles in seiner Macht Stehende tat, um sicherzustellen, dass sowohl Manchester City als auch PSG lediglich mit einer Geldstrafe belegt würden, und so eine eingehendere Untersuchung zu verhindern, die zu einem Ausschluss aus der Champions League hätte führen können." In weiteren Beiträgen kritisierte Pinto den Fifa-Boss ebenfalls scharf. Er schrieb, Infantino habe sich zum "Krebsgeschwür des Fußballs" entwickelt und "sollte keinen Platz in der Zukunft des Sports haben". Weder die Uefa noch die Fifa äußerten sich bislang zu den Vorwürfen. Ein Uefa-Sprecher bestätigte lediglich, dass sich der Verband vorerst nicht zum Finanzskandal um Manchester City äußern werde. Recherche brachte City-Ermittlungen ins Rollen Parallel dazu hat Pinto in Portugal seinen Status als Schutzzeuge verloren. Die portugiesischen Behörden trafen die Entscheidung am Mittwoch, wie die britische Tageszeitung "The Guardian" berichtet. Das Risiko für die Sicherheit des Whistleblowers wurde demnach als gering eingestuft, obwohl er im April dieses Jahres in Lissabon angegriffen worden war und dabei ein blaues Auge davongetragen hatte. Die portugiesischen Behörden rieten Pinto, "Vorsicht im Umgang mit Familienangehörigen walten zu lassen" und soziale Medien zu meiden. Pinto gründete die Webseite "Football Leaks". Seine Veröffentlichungen aus dem Jahr 2018, weitergegeben an den "Spiegel" und das European Investigative Collaboration-Netzwerk, brachten die Premier-League-Ermittlungen gegen City ins Rollen. Seit 2020 war er geschützter Zeuge, nachdem er den portugiesischen Behörden Zugang zu Millionen von Dateien gewährt hatte. Im September 2023 verurteilte ihn ein Gericht wegen versuchter Erpressung, illegalem Datenzugriff und Verletzung des Briefgeheimnisses zu einer Bewährungsstrafe von vier Jahren.