Hilfe in Notlagen: Sozialminister Wilke würdigt Arbeit der Telefonseelsorge
Mehr als 150.000 Anrufe in drei Jahrzehnten: Die Telefonseelsorge in Frankfurt (Oder) ist für viele ein Rettungsanker. In den Gesprächen geht es nicht nur um Einsamkeit oder familiäre Probleme.
Die kirchliche Telefonseelsorge in Frankfurt (Oder) hilft seit 30 Jahren Menschen in Lebenskrisen und Notlagen. Brandenburgs Sozialminister René Wilke (SPD) würdigt das Angebot aus diesem Anlass als bedeutenden Eckpfeiler der persönlichen Krisenbewältigung im Land. „Die Anruferinnen und Anrufer sind oft verzweifelt. Der Griff zum Telefon kann für sie ein wichtiger Rettungsanker werden.“
Die Telefonseelsorge in Frankfurt (Oder) ging am 28. Oktober 1996 an den Start. Aktuell sind dort nach Angaben des Sozialministerium 26 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Weil psychische und psychosoziale Belastungen bei den Anrufern nach Angaben des Sozialministeriums zunehmen, werden auch die Gespräche anspruchsvoller. Auch aus diesem Grund würden weitere Ehrenamtliche gesucht, die sich bei der Telefonseelsorge engagieren möchten.
Einsamkeit und Ängste sind oft Themen der Gespräche
Träger sind unter anderem die Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, das Erzbistums Berlin, das Diakonische Werk und der Caritasverband der Region. In den vergangenen drei Jahrzehnten gingen bei der Telefonseelsorge Frankfurt (Oder) rund 150.000 Anrufe ein.
Allein im vergangenen Jahr wurden den Angaben zufolge 5.265 Seelsorgegespräche geführt. Am häufigsten sei es dabei um Themen wie Einsamkeit und Probleme in familiären Beziehungen gegangen, aber auch um Depressionen, Ängste, emotionale Erschöpfungszustände oder Aggressionen.
Das Beratungsangebot zeige, wie wichtig ein offenes Ohr für Menschen in schwierigen Lebenslagen sei, sagte die Kuratoriumsvorsitzende der Kirchlichen Telefonseelsorge Berlin und Brandenburg, Ulrike Kostka. „Gerade in Zeiten wachsender Herausforderungen für viele Menschen dürfen wir nicht an Angeboten sparen, die Halt und Hoffnung geben.“ Das Sozialministerium in Potsdam fördert die Arbeit der Telefonseelsorge nach eigenen Angaben mit jährlich knapp 61.000 Euro.