Kinderpornographie-Vorwurf: Britische Polizei hielt brisanten Brief zu Meghans Vater zurück
An Herzogin Meghan leitete einst Scotland Yard einen Brief mit Anschuldigungen gegen ihren Vater weiter. Er wurde jedoch nicht an die Ermittler im Ausland weitergeleitet. Nun wird der Fall geprüft.
Gegen die britische Polizei sind schwerwiegende Vorwürfe laut geworden, da sie Informationen über Thomas Markle nicht an zuständige Ermittler weitergeleitet haben soll. Nun muss sie sich einer internen Überprüfung stellen. Im Mittelpunkt steht ein Brief, in dem bereits vor Jahren Anschuldigungen gegen den Vater von Herzogin Meghan erhoben worden sein sollen. Er stammt von Roslyn Loveless, Thomas Markles erster Ehefrau, die 2024 starb.
Die Polizei hatte das Schreiben zwar an das Büro von Herzogin Meghan und Prinz Harry weitergeleitet, die darin enthaltenen Informationen jedoch nicht an die zuständigen Behörden im Ausland übermittelt. Das teilte die Metropolitan Police in einem offiziellen Statement mit. Eine interne Überprüfung habe Fragen zu den damaligen Entscheidungen aufgeworfen. Die Aufsichtsbehörde, die sich Independent Office for Police Conduct (IOPC) nennt, soll nun prüfen, ob weitere Schritte notwendig sind. Außerdem plant die Polizei, die Vorwürfe an zuständige Stellen im Ausland weiterzugeben. Dieser Prozess sei bereits angelaufen.
Der Brief war im Januar 2019 bei einer Spezialeinheit der Londoner Polizei eingegangen, die sich mit möglichen Bedrohungen für Mitglieder des Königshauses und andere prominente Personen befasst. Der Absender habe angegeben, auf Sicherheitsbedenken bezüglich Meghan aufmerksam machen zu wollen.
Tatsächlich habe das Schreiben jedoch keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung enthalten, sondern mehrere Anschuldigungen zu mutmaßlichen Straftaten außerhalb Großbritanniens, erklärte die Polizei. Sie habe den Brief deshalb an das Büro von Meghan und Harry weitergegeben. Die Einzelheiten seien damals nicht mit anderen Ermittlungsbehörden geteilt worden.
Die Herzogin erklärte vergangene Woche, in dem Schreiben seien „beunruhigende und verstörende Anschuldigungen gegen meinen Vater“ erhoben worden. Meghan nannte keine Einzelheiten, sagte jedoch, dies habe ihr ausreichenden Grund gegeben, Thomas Markle nicht zu besuchen und ihm nicht zu gestatten, seine Enkelkinder Archie und Lilibet zu sehen.
Meghan Markles Vater streitet die Vorwürfe ab
Wie die britische Zeitung „Guardian“ berichtet, konnte die Metropolitan Police das Original des Briefes in ihren eigenen Unterlagen nicht mehr finden. Herzogin Meghan stellte der Polizei auf Anfrage eine Kopie zur Verfügung. Auch der britische Sender ITV News konnte den mehrseitigen handgeschriebenen Brief einsehen, veröffentlichte die konkreten Anschuldigungen jedoch nicht.
Die Aufsichtsbehörde soll nun prüfen, warum die Metropolitan Police den Inhalt des Schreibens nicht an andere Strafverfolgungsbehörden im Vereinigten Königreich oder im Ausland weitergeleitet hat, obwohl der Brief Behauptungen über mutmaßliche Straftaten enthielt.
Der Fall steht im Zusammenhang mit Ermittlungen auf den Philippinen. Dort untersuchen Behörden Vorwürfe, wonach sich in Thomas Markles Besitz mutmaßliches Material mit Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder befunden haben soll. Meghans Halbbruder Thomas Markle Jr. hatte nach eigenen Angaben entsprechende Funde im Haus seines Vaters gemeldet. Thomas Markle bestreitet die Vorwürfe und bezeichnete sie als „kranke Lügen“.