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Serienmörder: Weil Gott es ihm befahl, ermordete Peter Sutcliffe 13 Frauen - nun liegt der "Yorkshire Ripper" im Sterben

Stern 

In den 70er Jahren suchte Peter Sutcliffe Großbritannien heim. Er ermordete mindestens 13 Frauen, sieben weitere entkamen dem Tod. Wegen einer Verwechslung wurde Sutcliffe der "Yorkshire Ripper" genannt, doch seine Taten rechtfertigten den Namen. Er zählt zu den berüchtigtsten Kriminellen des Vereinigten Königreichs und 1981 wurde er verurteilt, nun liegt er im Sterben.

Besessen von Prostituierten

Kurz nach dem Krieg wurde Sutcliffe 1946 geboren. Er galt als Einzelgänger und verließ mit 15 die Schule und hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten unter anderem als Totengräber über Wasser. Insoweit nichts Besonderes, auffällig an ihm war nur sein obsessives Interesse an Prostituierten.WISSEN Black Widow

Doch ansonsten verlief sein Leben unauffällig. 1974 heiratete er seine langjährige Freundin Sonia Szurma. Im Jahr darauf wurde er Lkw-Fahrer. Eine verhängnisvolle Berufswahl, denn so streifte er durch das Land und wurde wie schon immer in seinem Leben von Prostituierten angezogen.

Schon zuvor war es zu gewaltsamen Ausbrüchen gegenüber Frauen gekommen, nun wurde Sutcliffe zum Mörder. Seine Methode war immer gleich. Er attackierte die Frauen von hinten mit einem Hammer und begann danach mit einem Messer oder einem Schraubendreher auf das Opfer einzustechen. Wilma McCann wurde 1975 nur 150 Meter von ihrem Haus entfernt von ihm überfallen. Nachdem er sie mit dem Hammer niedergeschlagen hatte, stach Sutcliffe 15 Mal auf sie ein.

Morde im Rausch der Gewalt

Er steigerte sich schnell. Auf Emily Jackson, sein nächstes Opfer, stach er fast 50 Mal ein. Jackson arbeitete als Straßenprostituierte und folgte dem Ripper auf ein leer stehendes Grundstück. Während des Mordes muss Sutcliffe vollkommen außer sich gewesen sein, er trat die Sterbende so stark, dass ein Stiefelabdruck auf ihrem Bein zurückblieb.

Diese Morde setzten sich nun ununterbrochen fort. Mehr als 150 Polizeibeamte versuchten jahrelang vergebens, den Mörder zu fangen. Die Ermittlungen wurden durch einen Trittbrettfahrer erschwert, der sich in Schreiben und Anrufen zu den Taten bekannte. Von ihm stammt auch der Name "Yorkshire Ripper".

Ohne konkrete Beweise

Eine erste heiße Spur hatten die Ermittler, als sie in der Handtasche der Prostituierten Jean Jordan einen Fünf-Pfund-Schein fanden. Sie konnten den Weg der Banknote rekonstruieren und wussten, dass die Note zu einer Lohnzahlung gehörte. Allerdings kamen 8000 Personen als Empfänger in Frage. So stieß die Polizei erstmals auf Peter Sutcliffe, der allerdings ein Alibi angeben konnte. Nur zwei Monate später zog sich die Schlinge um Sutcliffe weiter zu. Die Prostituierte Marilyn Moore entkam. Sie konnte den Angreifer genau beschreiben. Außerdem deuteten Reifenspuren am Tatort auf Sutcliffe hin.AR Nitribitt

Neunmal wurde er in Zusammenhang mit den Morden vernommen. Doch die Polizisten konnten ihm nichts Konkretes nachweisen. Außerdem gab seine Frau ihm stets ein Alibi. 1980 wurde gegen ihn wegen Alkohol am Steuer ermittelt. Der bevorstehende Prozess versetzte Sutcliffe so in Rage, dass er zwei weitere Frauen tötete. Drei andere griff er an, doch sie konnten entkommen.

Geständnis im Verhör

Gefasst wurde er im Januar 1981, als ihn Polizisten wegen falscher Kennzeichen am Auto kontrollierten. Dabei stellten sie fest, dass Sutcliffe einen Pullover als "Unterhose" trug. Da der Ausschnitt des Pullovers seine Genitalen frei ließ, erleichterte ihm diese Bekleidung sexuelle Handlungen an den sterbenden Frauen. Dem folgenden intensiven Verhör war der Ripper nicht gewachsen. Zudem war Sutcliffe begierig darauf, den Polizisten seine Taten in allen Einzelheiten zu schildern. Nach zwei Tagen gestand er.Moor Mörder Brady Hindley

Vor Gericht behauptete er, der "Wille Gottes" habe ihn gezwungen die Frauen zu töten. Seine Frau soll von all dem nichts geahnt haben. "Ich habe es Sonia nach meiner Verhaftung selbst erzählt. Ich bat die Polizei, es ihr nicht zu sagen und mich erklären zu lassen. Sie hatte keine Ahnung. Ich hatte nie Blut an mir oder so. … Sie war zutiefst schockiert, als ich es ihr sagte. Sie konnte es nicht glauben."

Gehasst von Mitgefangenen

Peter Sutcliffe wurde 1981 in 13 Fällen wegen vollendeten und in sieben Fällen wegen versuchten Mordes für schuldig befunden und zu 20 Mal zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. 1984 wurde er nach Broadmoor verlegt. Eine psychiatrische Einrichtung, in der die gefährlichsten Kriminellen Großbritanniens zusammen mit eher harmlosen Fällen eingesperrt wurden. Peter Sutcliffe wurde dort mehrmals von Mitgefangenen angegriffen, dabei verlor ein 1997 ein Auge. 2007 wollte ein anderer Häftling ihm das andere Auge ausstechen. Dabei schrie er: "Du verdammter Vergewaltiger, du mörderischer Bastard, ich werde dein anderes Auge blenden."

Sutcliffes Versuche, vorzeitig freizukommen, scheiterten. Der Oberste Gerichtshof sagte zu ihm: "Dies war eine Mordkampagne, die die Bevölkerung eines großen Teils von Yorkshire mehrere Jahre lang terrorisierte. Die einzige Erklärung dafür, so das Urteil der Jury, war Wut, Hass und Besessenheit."

Visionen der Opfer

Der 73-Jährige sitzt heute im Gefängnis in Durham. Er soll verschiedene Medikamente nehmen und fast erblindet sein. Dem "Daily Star" sagte eine anonyme Quelle aus dem Gefängnis, dass es mit dem Ripper zu Ende gehe. "Jedes Mal, wenn er krank wird, erholt er sich danach nie ganz und er befindet sich daher in einem stetigen Niedergang. Sutcliffe befindet sich in der Endphase seines Lebens und sein eigener Tod ist jetzt etwas, mit dem er sich beschäftigt".

Seit Jahren soll er kaum schlafen können, angeblich suchten ihn die Gesichter seiner Opfer in der Nacht heim. Die anderen Gefangenen meiden den Ripper, so habe er sich angewöhnt, mit sich selbst zu sprechen und vor sich hinzumurmeln. Zahlreiche Dokumentationen und Serien handeln von dem Ripper. Nach einer vierteiligen BBC-Dokumentation von 2019 hat nun auch Netflix angekündigt, die Geschichte des Mörders aufarbeiten zu wollen.

Quelle: Daily Star 

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